Blogposts lesen

Brauchen wir mehr Moral?

28.02.2010 13:44 von Martin Buchwitz (0 Kommentare)

oder auch: "Die Moral von der Geschicht"

Zitat Haller Tagblatt vom 27.02.2010: "Eine EKD-Ratsvorsitzende betrunken am Steuer. - Nach Jahren düsteren Verschweigens ans Licht beförderte sexuelle Misshandlungen von Kindern in der katholischen Kirche. - Bauskandal in Köln. - Steuerbetrug über die Finanzoase Schweiz und Steuerdaten auf CDs, mit den von Staaswegen gehandelt wird wie mit Teppichen auf einem arabischen Basar." Und weiter: "Wer die Sitten in Deutschland beleuchtet, kommt nicht umhin, nach dem moralischen Zustand und den derzeit gemeinhin gültigen Werten zu fragen."

Kann all dem hier Beschriebenen also mit dem Ruf nach Werten und Moral entgegnet werden? Braucht es wieder viel mehr echte Vorbilder? Müssen die Gesetze verschärft werden?

Die Bibel zeichnet an der Stelle ein sehr ernüchterndes, aber gleichzeitig auch befreiendes Bild: Der Mensch ist nicht von sich aus in der Lage Gutes zu tun. Braucht es mehr Vorbilder: Ja, aber sicher braucht es die. Die Frage ist: Wie kann es mehr Vorbilder geben? Die einfache Formel: "Werde Christ, dann verändert sich Dein Leben automatisch zum Guten und Du wirst automatisch zum Vorbild für andere -  diese Formel ist ganz offensichtlich zu einfach. Denn nicht umsonst gibt es unter Christen massive Probleme in den Beziehungen, in den Ehen, in den Familien und viel zu oft auch in den Gemeinden. Liegt es daran, dass wir als Christen die Gesetze/Gebote nicht gut genug kennen?

Tatsächliche Lebensveränderung kommt aus der Beziehung zu Gott heraus und nicht aus dem Wissen über Gut und Böse, über Moral und Tugenden. Wahre Veränderung kommt dann, wenn der Geist Gottes Raum in uns gewinnt. Unser Leben verändert sich dramatisch, wenn wir zu einer Liebesbeziehung zum Vater, zu Jesus und zum Heiligen Geist kommen. Denn wer will demjenigen den er von ganzem Herzen liebt schon weh tun? Dann will ich wissen was Gott denkt, was ihm wichtig ist, was er mit meinem Leben vor hat. Dann nehme ich mir Zeit für diese Beziehung. Dann lese ich in der Bibel, weil ich ihn besser kennen lernen will. Dann führe ich mit ihm Gespräche und bespreche all die Dinge die mich beschäftigen mit ihm.

Gestern habe ich ein Zitat von Billy Graham, dem großen Evangelisten, gehört. Nach seiner Einschätzung nach, leben lediglich 5- 10% der wiedergeborenen Christen in den USA ihrer persönlichen Berufung die Gott für Ihr Leben hat gemäß. Und das ist in Deutschland mit Sicherheit nicht anders. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Wir leben als Christen im Schnitt weiter unter unserem Niveau. Weit unter dem, was Gott für uns vorgesehen hat. Und eines reift in mir zu einer immer größer werdenden Sicherheit: Es liegt nicht an Gott, dass bei uns so (vergleichsweise) wenig passiert. Gott will Erweckung!!

Was ist nun aber unser Teil bei der ganzen Angelegenheit? Wir müssen konsequent die Blockaden und Hinternisse aus dem Weg räumen, die uns daran hindern das zu leben, zu dem uns Gott berufen hat. Christen und Gemeinden, die einen Unterschied in der Gesellschaft machen. Die nicht durch Moralappelle hervorstechen, sondern durch ein gelebtes, jesusmässiges Leben. Die Gunst haben in der Gesellschaft und die eine positive, die Gesellschaft verändernde Kraft sind. Christen die sich Ihrer Identität bewusst sind. Gesunde Persönlichkeiten die zu ihren Schwächen und Begrenzungen stehen. Die echt, transparent und damit auch relevant für die Menschen sind. Menschen die im gehorsam gegenüber Gott leben. Christen und Gemeinden in denen und durch die die Kraft Gottes sichtbar und erlebbar wird.

Brauchen wir also mehr Moral, Werte und Tugenden? Nein, brauchen wir nicht. Denn das ist das Pferd von hinten her aufgezäumt. Was wir brauchen sind ganz gewöhnliche Menschen, die in einer Liebesbeziehung zu Gott und aus dem Gehorsam zu Gott heraus Leben. Die Konsequenz daraus: Menschen, deren Leben die Früchte des Heiligen Geistes (Gal. 5,22) hervorbringen. Alles andere ist Religion - und das brauchen wir absolut nicht.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

*
*
Bitte rechnen Sie 4 plus 7.*